Perspektiven

Wir setzen uns dafür ein, dass Studierende, die sich für das Thema Werbe- und Konsumentenpsychologie interessieren, sich durch die gegenwärtige Situation nicht entmutigen lassen, sondern an der Entwicklung und Professionalisierung in Wissenschaft und Anwendung mitarbeiten. Damit dies keine Worthülse bleibt, sondern Sie sehen, dass die Etablierung eines neuen Schwerpunkts innerhalb der Psychologie möglich ist, möchten wir an dieser Stelle kurz eine Parallele zur einem anderen psychologischen Teilbereich aufzeigen.

Die Arbeits- und Organisationspsychologie (A&O) ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Ausbildung im Diplomstudiengang and den meisten Universitäten in Deutschland. Nicht nur das. Es sind heutzutage zahlreiche ausgebildete Psychologinnen und Psychologen im Bereich der Arbeitssicherheit, der Personal- und Organisationsentwicklung, der Personalauswahl, etc. tätig. Dies war nicht immer so. Noch vor wenigen Jahren waren Studierende, die sich auf A&O spezialisieren wollten, statt auf Klinische Psychologie, Exoten, die eigentlich mehr mit den BWLern gemein haben als mit „richtigen“ Psychologen. Lehrangebote waren rar gesät. Ebenso ausdrücklich an A&O Experten adressierte Stellenausschreibungen. Wie ist es der Arbeits- und Organisationspsychologie gelungen, sich als mittlerweile anerkannte, bei Studierenden beliebte Disziplin zu etablieren? 

Siegfried Greif (2003) stellt dar, dass alle Anwendungsdisziplinen drei grundlegende Aufgabenstellungen meistern müssen, bevor sie sich etablieren können.

  • die Entdeckung des Aufgabenfelds und Entwicklung erfolgreicher Lösungen (Pionierzeit)
  • die Expansion und Wissenserweiterung
  • die Wissensvertiefung, Stabilisierung und organisationale Professionalisierung als Anwendungsdisziplin (seit den 80er Jahren)

Obwohl die A&O die ersten beiden Aufgaben erfolgreich bewältigen konnte und sich mittlerweile etabliert hat, sieht Greif noch eine wichtige Zukunftsaufgabe:

Die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Praxis und den Abbau von Barrieren.

Kommen wir zurück zur Werbe- und Konsumentenpsychologie. Diese Disziplin hat sicherlich Ihre Pionierzeit hinter sich und befindet sich momentan am Ende der zweiten Phase (dies verdeutlicht z.B. einen Blick in die einschlägigen Fachzeitschriften). Die nächsten Aufgaben, die zu bewältigen sind, betreffen also die Wissensvertiefung und neue Anwendungsbereiche (z.B. e-commerce), Stabilisierung und organisationale Professionalisierung und Insitutionalisierung als Anwendungsdisziplin, wobei ein enger Kontakt zu Fragen der Praxis im Auge behalten werden sollte. Fachliche Scheuklappen dürfen keine Rolle spielen (Interdisziplinarität).     

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