Experiment: Festinger & Carlsmith (1959)

Die Probanden nahmen an einem sehr langweiligen und zeitaufwendigen Experiment teil. Anschließend sollten sie den noch wartenden Personen erzählen, dass es sich um ein interessantes Experiment handelt. Für diese Aussage bekamen die Probanden entweder $1 oder $20. Nachher wurden sie von Konföderierten gefragt, wie sie das Experiment fanden. 
Das überraschende Ergebnis zeigte, dass die Vpn, die nur $1 Entlohnung für ihre falsche Aussage, das Experiment sei interessant, erhalten hatten, bei der Befragung tatsächlich angaben, das Experiment sei interessant gewesen. Die Vpn, die hingegen mit $20 bezahlt wurden, erzählten den Wartenden zwar dieselbe Lüge, bewerteten bei der Befragung das Experiment aber als langweilig und uninteressant. 

Diese Ergebnisse können mit Hilfe der kognitiven Dissonanztheorie erklärt werden: Die unangemessen geringe Entlohnung von $1 für die falsche Aussage erzeugt kognitive Dissonanz, da das Verhalten der eigenen Einstellung widerspricht und nicht auf äußere Faktoren (Belohnung) zurückgeführt werden kann. Dies führt dazu, dass die Einstellung nachträglich an das Verhalten angepasst werden muss, um Konsistenz wiederherzustellen. In der $20- Bedingung führen die Vpn ihr Verhalten auf die angemessen hohe Bezahlung zurück. Es besteht nicht die Notwendigkeit, die eigene Einstellung zu verändern.

Literatur

Festinger, L. E., & Carlsmith, J. M. (1959). Cognitive consequences of forced compliance. Journal of Abnormal and Social Psychology, 58, 203-210.

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