Muss ich einen Mercedes kaufen, nur weil ich ihn gut finde?

In vielen Situationen verhalten sich Menschen entgegen ihren eigenen Einstellungen. Verschiedenste Studien haben gezeigt, dass der Zusammenhang zwischen geäußerten Einstellungen und gezeigtem Verhalten nüchtern betrachtet häufig eher gering ist. In anderen Experimenten, vor allem zur Dissonanzhypothese , schien es häufig sogar so zu sein, dass Probanden auf eine bestimmte Art handeln und erst anschließend ihre Einstellung an das gezeigte Verhalten angleichen.


Zwar ist es in späteren Experimenten gelungen, durch spezifischere, kompatiblere Erfassung von Einstellungen und den dazugehörigen Handlungen den statistischen Zusammenhang bedeutend zu erhöhen (Korrespondenzhypothese, d.h. die erfragte Einstellung und das beobachtbare Verhalten müssen in einem engen Rahmen aufeinander abgestimmt sein; früher wurde eines von beiden meistens zu global erfasst), jedoch scheint die ausschließliche Betrachtung von Einstellungen für eine gesicherte Verhaltensvorhersage bei weitem nicht ausreichend.

Um die Leistungen der bisherigen Forschung nicht zu sehr zu schmälern sei hier allerdings erwähnt, dass trotz aller Unzulänglichkeiten eine Einstellung als einzelner Prädiktor betrachtet immer noch die höchste Vorhersagekraft für späteres Verhalten bietet. Um diese Lücke zu füllen, wurden verschiedene Modelle entwickelt, die außer den kognitiven und affektiven Faktoren noch weitere Variablen in ihre Modelle der Einstellungsbildung mit einbeziehen.

Literatur

Frey, D., Stahlberg, D., & Gollwitzer, P. M. (1993). Einstellung und Verhalten: Die Theorie des überlegten Handelns und die Theorie des geplanten Verhaltens. In: D. Frey, & M. Irle (Hrsg.), Theorien der Sozialpsychologie (S. 361 - 384). Bern: Hans Huber Verlag.

Kardes, F. R. (1999). Consumer Behavior and Managerial Decision Making. Reading, MA: Addison-Wesley.

Smith, E. R., & Mackie, D. M. (2000). Social Psychology. Philadelphia, Pa: Psychology Press.

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