Visueller Wahlkampf (Das Fernsehen)

Warum stellt das Fernsehen das zentrale Wahlkampfmedium dar? Zum einen ist es die Reichweite des Fernsehens, so verfügt heute ein Großteil der Bevölkerung über einen Fernseher; vor allem können gerade die angesprochen werden, die sich nicht für den politischen Alltag interessieren. Weiter hat das Fernsehen eine besondere Wirkungsqualität, da es sich besonders darauf versteht, beim Zuschauer Emotionen zu wecken. Auch können mit seiner Hilfe Partei und Personal einheitlich und daher auch einprägsam vermittelt werden (Holtz-Bacha, 1999).

Durch den Ausbau der Fernsehnutzung durch die Parteien, erhalten vor allem die Oppositionsparteien eine gewachsene Einflussmöglichkeit. So können mit deren Hilfe die Sichtbarkeitsvorteile der Regierungsparteien relativiert werden; diese haben durch tägliche Berichterstattungen in den Nachrichten einen gewissen Vorteil. Dieser "Regierungsbonus" wird z.B. auch durch Gerhard Schröders Auftreten in der RTL- Seifenoper "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" verringert (Hetterich, 2000).

Die konkreten Wahlwerbespots beginnen vier Wochen vor der Wahl. Von den drei gezeigten Fernsehspots, soll hier der sog. "Kanzlerspot" aufgeführt werden; er [...] zeigt einen nachdenklichen Gerhard Schröder: In Gedanken versunken, spaziert er durch eine reizvolle Küstenlandschaft. Aus dem Off ist seine Stimme zu hören, die den Menschen am Bildschirm auf sehr persönliche Art etwas von seinen politischen Vorstellungen und Zielen vermittelt. Dabei werden die Schlüsselworte mit Textcharts in seiner eigenen Handschrift hervorgehoben (Bericht Abteilung V, 1999).

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