Markenartikel SPD

Wie zuvor im Zeitablauf gezeigt, ist die SPD zwei Jahre vor der Wahl für Wählerinnen und Wähler uninteressant. So schreibt Detmar Karpinski, geschäftsführender Gesellschafter von KNSK/BBDO, dass die Partei bei Aufnahme der Werbekampagne "als ein bisschen verstaubt und von gestern" (Rinsum, 2000) gilt. Die Werbestrategen der Agentur empfehlen den Sozialdemokraten daher, sich bei der Werbung an der Vorgehensweise der Markenartikelindustrie zu orientieren; so schreibt ein Mitarbeiter der Agentur:

Wir haben der SPD empfohlen, sich an der Markenartikelindustrie zu orientieren. Denn Images lassen sich heute nur schwer ändern, das braucht unendlich viel Zeit.

Im Fall der SPD bedeutet das, vergleichbar mit Markenartikeln, dass nur über einen längeren Zeitraum das Bild resp. Image verändert werden kann; es muss daher, so die Werbefachleute, schnellst möglich mit der Kampagne begonnen werden. Noch weitere Punkte sprechen für einen frühzeitigen Beginn:

  1. Die SPD kann einen gewissen Siegeswillen und -zuversicht demonstrieren; wie vorhin schon erwähnt verfügt die SPD über ein gewisses Oppositions- und daher Verliererimage.
  2. Die SPD kann wichtige, daher auch wahlentscheidende Themenfelder besetzen; oder anders gewendet, sie kann die Themen im Wahlkampf vorgeben.
  3. Der "Kosten-Nutzen-Effekt" ist weitaus größer, als zu "klassischen Wahlkampfzeiten"; die Aufmerksamkeit der Wählerin bzw. des Wählers hinsichtlich politischer Botschaften ist in "Nicht-Wahlkampfzeiten" höher.

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