Die Wahlkampfzentrale "Kampa"

Für die "heiße Wahlkampfphase" installiert die SPD die Zentrale "Kampa". Sie dient als Schaltstelle aller Wahlkampfaktionen; die gesamte Koordination verläuft von hieraus. Am 1. Oktober 1997 wird sie in Bonn von Franz Müntefering eröffnet. Es muss darauf hingewiesen werden, dass aus strategischen Gründen, bewusst eine zur Parteizentrale separate Institution geschaffen wurde.

Weshalb entscheiden sich die Verantwortlichen für die Wahlkampfzentrale "Kampa"? Sie wissen, dass man nur mit einem zentral gesteuerten Wahlkampf, den Wählerinnen und Wählern sozialdemokratische Botschaften vermitteln kann. Vorbilder finden sie in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien; explizit bei den Wahlkämpfen von Bill Clinton und Tony Blair (Hetterich, 2000).

Neue Praktiken sind hier zum Beispiel die Verwendung eines sog. "Intranets", mit dessen Hilfe die 325 Ortsvereine der SPD an die Zentrale angeschlossen werden, um Aktionen besser abstimmen zu können, neue personelle Rekrutierungsformen, daher die Anwerbung von professionellen Kommunikationsexperten, die gezielte Nutzung der Meinungsforschung und Performance als bewusstes und gezieltes Instrument, Wähler- innen und Wähler besser ansprechen zu können.

Diese wenigen Punkte reichen aus, um darzustellen, wie modern und effizient die SPD ihren Wahlkampf organisiert, und dies auch nach außen präsentiert. Ähnliche Strukturen sind auch von anderen Parteien bekannt, doch bleiben diese bei weitem hinter denen der SPD zurück (Rinsum, 2000).

Abbildung 1: Die Kampa und ihre Partneragenturen

Quelle: M. Machnig: Die Kampa als SPD-Wahlkampfzentrale der Bundestagswahl ´98. Organisation, Kampagneformen und Erfolgsfaktoren, in: Neue Soziale Bewegung, Heft 3, September 1999, Westdeutscher Verlag, S. 20.

 

Abbildung 2: Die Kommunikationsformen und Wahlkampfinstrumente

Quelle: M. Machnig: Die Kampa als SPD-Wahlkampfzentrale der Bundestagswahl ´98. Organisation, Kampagneformen und Erfolgsfaktoren, in: Neue Soziale Bewegung, Heft 3, September 1999, Westdeutscher Verlag, S. 20 – 39.

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