Die Innovationskampagne

Im Frühjahr 1997 beginnen die Wahlkampfstrategen von KNSK/BBDO mit der sog. "Innovationskampagne" (Rinsum, 2000). Die Meinungsforschung ermittelt, dass der Begriff "Reform" in der Bevölkerung negativ besetzt ist. Es muss also ein "Leitbegriff" gefunden werden, der den Veränderungswunsch und -willen der Sozialdemokraten adäquat auszudrücken vermag. Man stößt auf den Begriff Innovation, der "Interesse und Neugier bei den Wählern auslöst" und zudem "als ein Synonym für Zukunft, Zuversicht und Gestaltbarkeit politischen Verhaltens interpretiert" (Machnig, 1999) wird.

Es entstehen Anzeigen und Plakate, die zum Beispiel titeln: "Zukunftsvisionen gibt es nicht nur im Kino, sondern auch in der Politik" oder auch "Wer nicht über die Zukunft nachdenkt, hat auch keine", immer in Verbindung mit der Aussage "Innovation für Deutschland". Die Kampagne endet mit einem Kongress, der sich aus Vertretern von Wirtschaft, Gewerkschaften und Wissenschaft zusammensetzt; es wird über eine "zukünftige Innovationspolitik" diskutiert (Bericht Abteilung V, 1999).

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