Der "Krönungsparteitag von Leipzig"

Auf dem Leipziger-Parteitag am 17. April muss hier explizit eingegangen werden. Seine Öffentlichkeitswirksamkeit ist bis dato einmalig. Er ist einzig und allein auf die Person Gerhard Schröder zugeschnitten. Politische Diskussionen finden in Leipzig nur peripher statt, weshalb es auch nicht verwundert, dass er "lediglich" sechs Stunden dauert. Die Medien sind einhellig der Meinung, es handelt sich um einen Parteitag, der so perfekt inszeniert, nicht in der deutschen Nachkriegsgeschichte zu finden ist. Sie sprechen von "Krönungsmesse" oder auch "Inthronisierung" Gerhard Schröders (Hetterich, 2000). Alexander Niemetz kommentiert den Parteitag im "Heute-Journal" mit den Worten:

Boxkampf oder Oskarverleihung? Triumphierend wie ein Champion, bravourös wie ein Filmstar zog Gerhard Schröder in die Leipziger Messehalle zum SPD-Parteitag ein... Hollywood lässt grüßen. Ein mediengerecht inszenierter Wahlkampfauftritt, typisch für Amerika oder Großbritannien, an den wir uns erst noch gewöhnen müssen (Holtz-Bacha, 1999)

Am selben Tag heißt es von Klaus Bresser in der "Heute-Sendung":

Die Aufführung ist zu Ende, und an dieser Stelle stünde jetzt besser ein Theaterkritiker als ein politischer Kommentator: So gewaltig war die Inszenierung, so ausgetüftelt die Regie, so pompös der musikalische Rahmen.

Wie auch für die anderen Wahlkampfauftritte, wird für die Inszenierung eine Event-Agentur engagiert; es ist dies die Berliner Agentur "Compact Team Shows Production".

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