Das Jahr der Konsolidierung: 1996

Im Jahr 1996 gelingt es der Partei bei wichtigen politischen Auseinandersetzungen ein einheitliches politisches Profil zu entwickeln und ein gemeinsames Vorgehen zu gewährleisten. Bei den Diskussionen kann die SPD zentrale Komponenten miteinander verbinden. So gelingt es ihr, Modernisierung mit sozialer Gerechtigkeit zu koppeln. Schon jetzt ist ein spürbarer Wandel zu 1995 zu verzeichnen; Meinungsforscher signalisieren, dass weite Kreise der Wählerschaft mit Standpunkten der SPD übereinstimmen. So finden sich Mehrheiten in der Bevölkerung im Hinblick auf folgende Punkte: Erhalt des Sozialstaates, Eintreten für eine solidarische Gesellschaft oder auch gegen eine steuerliche Entlastung der "Sozial-Starken". Zusätzlich attestiert die Meinungsforschung der SPD aber folgendes Problem:

Durch die Auseinandersetzung um die Fragen Lohnfortzahlung, Kündigungsschutz etc. konnte die Partei eine breite gesellschaftliche Zustimmung in Einzelfragen erzielen; die Frage der sozialen Gerechtigkeit wurde klar mit der SPD verbunden. In der zentralen Frage der Zukunftskompetenz: 'Wer kann dieses Land in eine sichere Zukunft führen?' lag die SPD jedoch immer noch deutlich hinter der CDU/CSU.

Die Partei kann also ihr klassisches Image wieder reaktivieren, jedoch traut ihr die Wählerin/der Wähler nicht das hierfür notwendige Potential zu.

Was lässt sich als Fazit aus 1996 ziehen? Die Partei kann erstens eine einheitliche Koordination zwischen Partei, Bundestagsfraktion und SPD-regierten Ländern ermöglichen. Zweitens kann sie die programmatische Arbeit strukturieren und bündeln, nach Außen kann sie Offenheit demonstrieren (z.B. Diskussionsforen). Abschließend muss die Aktivierung der Mitglieder erwähnt werden; hier sind vor allem die Jugendkampagnen gewichtig (Machnig, 1999).

Impressum | © werbepsychologie-online.com