Anzeigen- und Plakatkampagne

Es sollen hier kurz die grundlegenden Vor- und Nachteile von Anzeigen- und Plakatkampagnen erörtert werden.

Die Anzeigenkampagne ist wohl der Schwerpunktbereich eines jeden Wahlkampfes. Von den hohen finanziellen Kosten abgesehen, bietet sie den Parteien große Entscheidungsmöglichkeiten. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Parteien hier weitaus freier und unabhängiger von medieninternen Beschränkungen agieren können. Anzeigen können relativ schnell erarbeitet und gestaltet werden, dadurch sind sie ein äußerst bewegliches, weil in aktuellen politischen Themen schnell eingreifendes Mittel. So können sie teilweise noch einen Tag vor Erscheinen verfasst werden. Ein weiterer Vorteil ist die Reichweite der Anzeigen; so können nahezu alle Bürgerinnen und Bürger erreicht werden. Wenn von den Parteien erwünscht, können sie auch eine intensive, daher politisch-konkrete Argumentation ermöglichen. Wichtig ist auch das gezielte Ansprechen von bestimmten Lesergruppen, daher können in unterschiedlichen Zeitungen und Zeitschriften verschiedene Akzentuierungen getroffen werden. Einziger Nachteil bleibt wohl die teurere Finanzierung.

Die Plakatkampagne ist für die Bevölkerung das Wahlkampfmittel schlechthin. Sie sollen stimmungsmachend und atmosphärisch wirken. Mit Plakaten können nur gering Wählerinnen und Wähler überzeugt werden; sie haben Signalwirkung und sollen die politische Kampagne verstärken. Auf Programmtexte und inhaltlich-ausgearbeitete Themen wird verzichtet, da es die Betrachterinnen und Betrachter meist bei einem flüchtigen Blick belassen müssen. Die Plakatkampagne hat also einzig die Funktion, auf Partei und Personal hinzuweisen; sie steht für das selbstbewusste Auftreten einer Partei, soll die Stammwähler bei ihrer Entscheidung bestärken und den Wechselwählerinnen und -wählern Präsenz demonstrieren (Radunski, 1980).

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